Bayerns neuer Chefcoach: Wer ist dieser Andries Jonker?

12Apr11

Am gestrigen Montag leitete Bayern Münchens Hoffnungsträger für den Saisonendspurt sein erstes Training: Andries Jonker durfte in seiner Funktion als Interimstrainer erstmals die Kommandos auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße geben. Der Niederländer weiß, dass seine Amtszeit begrenzt ist und im Juli enden wird. Wenn Jupp Heynckes den FC Bayern zur kommenden Saison übernimmt, wird Jonker wieder ins zweite Glied rücken und womöglich die Amateurmannschaft übernehmen.

Aber was ist dieser Jonker überhaupt für ein Typ? Fußballfreunde kannten den 48-Jährigen bislang allenfalls als stillen, loyalen Co-Trainer Louis van Gaals. Jonker begleitete seinen Chef, mit dem ihn eine echte Freundschaft verbindet, über Jahre hinweg. Bei Ajax Amsterdam, beim FC Barcelona und auch bei der holländischen Nationalmannschaft assistierte er dem Erfolgscoach, war auch an dessen überaus erfolgreicher ersten Bayern-Saison entscheidend beteiligt. Nach van Gaals Entlassung rückte er zum Chef auf.

Doch obwohl Jonker ähnliche fußballerische Ansichten vertritt wie sein ehemaliger Chef – als Typ ist er komplett anders: Wo van Gaal aufbrausend, emotional, manchmal auch arrogant wirkte, ist Jonker ein zurückhaltender, stiller Zeitgenosse, der sympathisch wirken will und es auch tut. Niemals würde er seinen Ex-Chef kritisieren, den er explizit fragte, ob es für ihn ein Problem wäre, wenn er den FC Bayern übernimmt. Auf seiner Antritts-Pressekonferenz stellte Jonker vielmehr klar, dass er einiges von van Gaal übernehmen will – nämlich das, was gut funktioniert hat.

„Es ist klar, dass ich in fünf Wochen keine Spieler ausbilden und eine neue Philosophie bringen kann. Nach so einer langen Zusammenarbeit ist auch klar, dass ich viel von Gaal übernehmen werde. Ich habe den Spielern gesagt, wie wichtig ich es finde, direkt zu kommunizieren. Meine Tür steht immer offen. Wer etwas zu sagen hat, soll zu mir kommen. Geradeaus! So bin ich: geradeaus.“

Jonker weiß, dass er nur wenig Zeit hat, um eine schwierige Mission zu bewältigen: Die Bayern müssen Platzt drei erreichen und damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Alles andere wäre für diesen Verein eine riesige Enttäuschung und ein enormer Imageschaden. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich der langjährige Co-Trainer bei seiner ersten richtig großen Aufgabe schlägt. Jonker selbst gibt sich, seinem Naturell entsprechend, zuversichtlich:

„Ich möchte am 14. Mai abends auf der Couch sitzen und zufrieden sein. Dafür müssen wir Dritter werden.“

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