Abstiegskampf in der Bundesliga: Quo vadis, VfB Stuttgart?

10Apr11

Teams, die im Saisonendspurt mitten im Abstiegskampf stecken, haben meistens zwei Möglichkeiten: Entweder sie hängen sich voll rein und nehmen die Situation als das an, was sie ist – nämlich ein Überlebenskampf. Oder sie wurschteln sich durch, in dem Glauben, dass trotz eines Negativlaufes die Spielstärke ausreichen sollte, um die Klasse irgendwie zu halten. Teams der zweiten Kategorie sind meistens jene, die überraschend unten stehen und für die die Saison eine große Enttäuschung darstellt. Oft steigen jene Teams ab – das Paradebeispiel dafür wäre das Schicksal von Hertha BSC Berlin in der vergangenen Saison.

Diese Saison könnte es für den VfB Stuttgart böse enden. Der steckt nach der 2:4-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder mitten drin im Schlamassel. Im Samstagabendspiel des 29. Spieltags trafen dabei genau jene beiden eingangs erwähnten Kellerkinder-Kategorien aufeinander. Während Kaiserslautern den Kampf annahm und sich in der zweiten Hälfte in beeindruckender Weise das Spiel unter den Nagel riss, präsentierte sich Stuttgart leblos, ideenlos, fast schon ängstlich. Selbst eine 2:1-Pausenführung konnte den Schwaben offenbar keinerlei Mut einflößen. Die Stimmung in der Mercedes-Benz-Arena ist bezeichnend für die Situation des VfB. Nicht mal zu einem Pfeifkonzert konnten sich die zutiefst frustrierten Zuschauer noch aufraffen. Zu oft schon wurden sie von ihrem Team in dieser Saison enttäuscht.

Die Frage muss nun erlaubt sein: Reicht das? Der Auftritt der Stuttgarter gegen Kaiserslautern könnte als Spiegelbild der gesamten Saison herhalten: Schwach gestartet, zwischendurch dann doch mal ein kurzes Aufbäumen, letztlich aber zu ideenlos und schwach, um zu gewinnen. Auch der zweite Trainerwechsel in dieser Saison scheint das Team nicht dauerhaft aus der Apathie gerissen zu haben. Zwar gab es in der Rückrunde unter Bruno Labbadia ein kurzes Strohfeuer, doch seit einigen Spielen scheint das Team wieder in altes Fahrwasser gekommen zu sein. Schon in der Vorwoche durfte sich der VfB bei Keeper Sven Ulreich bedanken, dass es beim Gastspiel in Bremen am Ende 1:1 hieß und nicht 1:5. Noch steht Stuttgart über dem Strich, aber in den verbleibenden fünf Saisonspielen könnte der VfB noch auf einen Abstiegsrang rutschen, wenn weitere Auftritte wie der gegen Kaiserslautern folgen.

Die Pfälzer hingegen dürfen jubeln: Lautern machte mit dem völlig verdienten Auswärtssieg einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Rechnerisch gerettet sind die Pfälzer zwar noch lange nicht, aber endlich knüpfte das Team von Marco Kurz mal wieder an die teils starken Auswärtsauftritte aus der Hinrunde an (etwa das 3:1 in Nürnberg). Spielerisch zählt der Aufsteiger ohnehin nicht zu den schwächsten Teams der Liga, aber in der Rückrunde konnte sich Lautern lange nicht aus der Abwärtsspirale befreien. Nun aber ist der Knoten wohl endgültig geplatzt – nicht nur bei Srdjan Lakic. Der Kroate traf erstmals in der Rückrunde, und das gleich doppelt. Lakic steht nun bei 13 Saisontoren. Wenn das Tabellenbild am Saisonende noch so ist wie jetzt, dürfte sich sein feststehender Wechsel zum VfL Wolfsburg im Nachhinein als Riesenfehler entpuppen. Die Niedersachsen würden dann womöglich in Liga zwei spielen.

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