Vorrundenfazit der Champions League: Weg mit dem Frust!

13Dez10

Zwei Mal hui, einmal pfui – so könnte das Fazit der diesjährigen Champions-League-Vorrunde aus deutscher Sicht lauten. Oder auch: Zweimal Frustbewältigung, einmal Frustverstärkung.

Denn während der FC Bayern München und Schalke 04 die Vorrunde nutzten, um den unerfreulichen Liga-Alltag hinter sich zu lassen und wenigstens international für Furore zu sorgen, fand bei Werder Bremen die eklatante Formschwäche aus der heimischen Liga in Europa ihre Fortsetzung.

Schon der Auftakt war für die Hanseaten misslungen. Gegen die Tottenham Hotspur um Ex-HSV-Darling Rafael van der Vaart und Sturm-Storch Peter Crouch holte Thomas Schaafs Truppe nur ein glückliches 2:2 – und das zuhause. Danach ging es dramatisch bergab. Bei Titelverteidiger Inter kam eine völlig überforderte Schaaf-Herde mit 0:4 unter die Räder und hatte dabei Glück, dass Samuel Eto’o nach drei Treffern etwas Mitleid mit Tim Wiese hatte. Gegen Hollands Vertreter Twente Enschede holte man anschließend in zwei Duellen einen mageren Punkt und hinterließ einen schlimmen Eindruck. Vor allem Jungstürmer Marko Arnautovic schien seine Kreativität hauptsächlich beim Ausdenken von Beleidigungen für Teamkollegen und die Vorstandsetage zu vergeuden und nicht auf dem Platz.

Erst als nach der 0:3-Pleite bei Tottenham jede Chance auf ein Weiterkommen dahin war, riss sich die auch in der Liga taumelnde Truppe von der Weser am Riemen und bot gegen eine B-Elf von Inter Mailand die beste Leistung der Gruppenphase. Zwar ein wertloser Sieg zum Abschluss, aber immerhin ein Sieg. Immerhin können sich die frustrierten Werderaner nun auf die Liga konzentrieren.

Ganz anders Schalke und Bayern. Obwohl es bei beiden in der Bundesliga kaum besser lief als bei Krisen-Club Werder, traten sie in ihren Gruppen weitaus besser und konzentrierter auf. Zugegeben hatten beide Vertreter leichtere Kaliber erwischt als Werder, aber gegen Olympique Lyon oder den AS Rom muss man auch erst mal bestehen.

Die Bayern unter Tulpen-General Louis van Gaal legten gleich mal vier Siege am Stück hin und schienen auf dem besten Weg, eine perfekte Vorrunde abzuliefern. Nach dem 4:0-Sieg bei Kanonenfutter Cluj stand die Millionentruppe von der Isar bereits als Gruppensieger fest. Erst dann leistete sich der FCB eine unnötige Niederlage beim AS Rom, wo eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegen wurde. Sei’s drum, Schwamm drüber. Die Bayern haben eine gute Vorrunde gespielt und könnten, das entsprechende Losglück vorausgesetzt, dieses Jahr ähnlich weit kommen wie in der letzten Saison (wir erinnern uns: Finale gegen Inter Mailand).

Zudem könnte Mario Gomez, der bislang schon sechs Treffer auf dem Konto hat, den Torrekord eines deutschen Spielers in der Champions League brechen. Und wer hätte das vor der Saison gedacht?

Zu guter letzt noch Schalke 04. Ja richtig, der Verein, der im Sommer kurzerhand ein Großteil seines Vizemeister-Personals der Vorsaison gegen neue Kräfte austauschte. Und sich dann wunderte, warum es am Anfang so schlecht lief. In der Champions League griffen die in der Bundesliga so offensichtlich fehlenden Mechanismen komischerweise von Anfang an. Mit Ausnahme des ziemlich tristen 0:0 bei Hapoel Tel Aviv bot Schalke kein einziges schlechtes Spiel. Beim souveränen 3:0 gegen den schwersten Gegner Lyon, mit dem das Weiterkommen fix gemacht wurde, bot S04 gar die beste Leistung einer bislang sehr mageren Saison.

Auch Schalke könnte zumindest das Achtelfinale überstehen, wenn nicht gleich Arsenal oder Inter als Gegner gelost werden. Und zwei deutsche Klubs im Viertelfinale, das hätte doch was.

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