7. Spieltag: Mainz schreibt Geschichte – Bayern nur graues Mittelmaß

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Es ist vollbracht: Der FSV Mainz 05 hat sich mit einem 4:2 im Spitzenspiel gegen die TSG Hoffenheim in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga geschossen. Der siebte Sieg im siebten Spiel – damit stellte die famose Truppe von Trainer Thomas Tuchel den Startrekord ein, den der FC Bayern (1995/96) und der 1. FC Kaiserslautern (2001/02) aufgestellt hatten. Gegen starke Hoffenheimer spielte Mainz wieder mit der erfrischenden Frechheit und dem Spielwitz der letzten Wochen, benötigte diesmal aber auch ein wenig Glück. Letztlich waren es wieder die üblichen Verdächtigen, die dem Spitzenreiter den Sieg sicherten: Sami Allagui und Adam Szalai, die beide schon letzte Woche gegen die Bayern getroffen hatten, und natürlich Jungstar André Schürrle, der vom Elfmeterpunkt aus traf. Für Hoffenheim, das aus den letzten drei Partien nur einen Punkt holte, trafen Demba Ba und der eingewechselte Isländer Gylfi Sigurdsson per Freistoß.
Eine pikante Note hat der Startrekord übrigens noch, den Mainz mit diesem Sieg egalisiert hat. Weder die Bayern noch Lautern wurden in ihren betreffenden Saisons am Ende Meister – beide Male triumphierte Borussia Dortmund. Die sind auch in dieser Saison wieder bärenstark. Am heutigen Sonntagabend bezwang die Mannschaft von Jürgen Klopp den kriselnden FC Bayern mit 2:0. In der 51. und der 60. Minute klingelte es zweimal im Bayern-Kasten. Erst traf Toptorjäger Lucas Barrios nach einem Fehler von Demichelis, dann zirkelte Nuri Sahin einen Freistoß in die Maschen – vorausgegangen war wieder ein Handspiel des indisponierten Demichelis. Während Dortmund weiter mit 3 Punkten Rückstand auf Mainz Platz zwei belegt, schrillen bei den erfolgsverwöhnten Münchener die Alarmglocken. Ganze acht Punkte aus sieben Spielen, mit kümmerlichen fünf Treffern die wenigsten aller 18 Bundesligisten – so schlimm standen die Bayern in der Bundesliga noch nie da. Mit der Meisterschaft hat der amtierende Titelträger in dieser Verfassung und mit bereits 13 Punkten Rückstand auf die Spitze nichts zu tun.

Trotzdem stehen die Bayern immer noch besser da als Schalke und Stuttgart. Die „Königsblauen“ aus dem Ruhrpott mussten eine zwar unglückliche, aber nicht unverdiente Niederlage in Nürnberg einstecken und haben erst spärliche vier Punkte auf dem Konto. Trotz eines erneuten Tores von Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar (bereits sein viertes im fünften Einsatz) verlor Felix Magaths Team mit 1:2. Damit rangiert die millionenschwere Truppe nur auf Rang 17. Noch einen Platz weiter hinten, ganz im Tabellenkeller, befindet sich der VfB Stuttgart. Die Schwaben stecken in der vielleicht schwersten Krise der Vereinsgeschichte. Gegen Frankfurt unterlag das Team von Christian Gross am Sonntag mit 1:2 und setzte damit den freien Fall der letzten Wochen fort. Wenn nicht schnellstens der Schalter umgelegt wird, dürften es die Stuttgarter schwer haben, bis zur Winterpause da unten wieder herauszukommen.

Die Tabelle präsentiert sich auch nach sieben Spieltagen immer noch verrückt. Hannover 96 steht trotz einer 0:1-Heimniederlage gegen Aufstieger St. Pauli immer noch auf Tabellenplatz drei, und der SC Freiburg schiebt sich dank eines 3:2 gegen Köln auf Rang fünf vor. Beim Sieg der Breigauer traf wieder einmal Papiss Cissé, der mit sieben Treffern die Torjägerliste anführt. Der Hamburger SV befreite sich mit einem etwas glücklichen 2:1-Sieg gegen einen spielstarken 1. FC Kaiserslautern aus der Krise, während das Duell der Europacup-Teilnehmer Bayer Leverkusen und Werder Bremen am Sonntag 2:2 endete. Die Favoriten patzen und wanken, die Außenseiter ballern sich munter durch die Liga. Die Bundesliga denkt momentan einfach nicht daran, in Normalität zu verfallen. Und das ist gut so.

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One Response to “7. Spieltag: Mainz schreibt Geschichte – Bayern nur graues Mittelmaß”

  1. Hi,
    ich finde es klasse, dass Mannschaften wie Mainz, Hannover oder Kaiserslautern und auch St.Pauli die Liga aufmischen. Aber ich denke auch, dass wird höchstens bis zum 12. Spieltag Bestand haben. Ich drücke allen genannten clubs die Daumen (besonders Pauli) aber vor allem Mainz wird spätestens zur Rückrunde durchgereicht werden. Tuchel macht einen tollen Job, keine Frage, aber das Niveau wird das Team nicht halten können.
    Bayern wird kommen, Dortmund vorne die Führung ausbauen, Schaslke und Stuttgart sich erholen aber nur zum Ende der Saison im gehobenen Mittelfeld landen.

    aber was red ich: Freuen wir uns auf die näöchsten Spieltage: Es wird GEIL!

    LG,

    Jan


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