Lothar Matthäus wird Nationaltrainer Bulgariens – die Irrfahrt geht weiter

21Sep10

Also wieder nicht in die Bundesliga. Das ist der erste Gedanke, der einem durch den Kopf geht, wenn man die folgende Meldung liest: Lothar Matthäus wird aller Voraussicht nach neuer Nationaltrainer von Bulgarien. Laut dem bulgarischen Verbandspräsidenten soll der deutsche Rekordnationalspieler, mittlerweile auch schon stolze 49 Jahre alt, in einigen Tagen offiziell vorgestellt werden. Damit setzt sich das auf und ab in Matthäus‘ Karriere nahtlos fort: Als Spieler eine Legende, als Trainer ohne Chance auf ein hochkarätiges Engagement.

BERLIN - JANUARY 11:  Lothar Matthaeus, godfather of the association Power-Child, attends the press conference 'safe home-safe family' at the embassy of South Africa on January 11, 2008 in Berlin, Germany. Veronica Ferres, patron of the association Power-Child, presents their first international project, the Power-Child campus in Capetown. Power-child supports sexually abused children and fights for the physical integrity of our children by strengthening them and thus protecting them from assault.  (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Seit „Loddar“ im September 2000 seine Spielerkarriere bei den New York Metrostars beendete, war sein größtes Ziel, eines Tages einen Bundesligisten zu trainieren. Doch statt dessen erhielt er, trotz seines großen Namens, nur weniger glamouröse Engagements. Von 2001 bis 2002 trainierte er den österreichischen Traditionsklub Rapid Wien, bis 2003 war er bei Partizan Belgrad in Serbien (und gewann dort den Meistertitel), von 2004 bis 2005 Nationaltrainer Ungarns, 2006 für nur zwei Monate bei Atletico Paranense in Brasilien. Daraufhin zog es ihn wieder nach Österreich, wo er von Mai 2006 bis Juni 2007 Assistent bei seinem früheren Bayern-Coach Giovanni Trappatoni war. Der letzte Cheftrainer-Posten, den Matthäus ausüben durfte, war von Juli 2008 bis April 2009 beim israelischen Erstligisten Maccabi Netanya.

Matthäus‘ Trainerkarriere – sie liest sich wie ein einziges Missverständnis. Der Mann, der Deutschland 1990 zum WM-Titel führte, der als erster Deutscher „Weltfußballer des Jahres“ wurde, der mit Bayern München und Inter Mailand alles gewann, was es zu gewinnen gibt, der schaffte den Durchbruch als Trainer nicht?

27 Jun 1994:  Lothar Matthaus of Germany in action during the World Cup match against South Korea at the Cotton Bowl in Dallas, Texas, USA. Germany won the match 3-2. \ Mandatory Credit: David  Cannon/Allsport

Für Mannschaften aus der Bundesliga war der umtriebige Franke offenbar stets ein zu heißes Thema. Das lag mit Sicherheit auch daran, dass der Loddar zuletzt eindeutig häufiger in Boulvard- denn in Sportzeitungen zu finden war. Kürzlich scheiterte seine vierte Ehe mit dem 27 Jahre jüngeren Model Liliana, und der öffentlich ausgetragene Rosenkrieg schadete seinem Ruf ungemein. An der Klatschpresse soll offenbar auch Matthäus‘ Engagement als Nationaltrainer Kameruns gescheitert sein.

Nun erhält der Superstar vergangener Tage eine neue Chance, sich als Trainer zu beweisen. Man würde ihm ja fast mal einen Erfolg gönnen. Aber Bulgarien hat momentan außer dem Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow, der momentan bei Manchester United für Furore sorgt, keine Spieler von internationaler Klasse im Kader. Vom Glanz der 90er Jahre ist Bulgarien weit entfernt. So gesehen passt Lothar Matthäus ja wunderbar dort hin.

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