1. Pokalrunde: Die Gier nach Sensationen

16Aug10

Am Freitag ist es soweit: Die neue Bundesliga-Saison wird endlich beginnen! Bevor es soweit ist, steht aber traditionell die erste Runde im DFB-Pokal auf dem Programm. Die Spiele, wo sich die Favoriten, sprich die Bundesligisten, nur blamieren können. Denn es ist doch so: Verliert ein Profiklub bei einem Amateurverein, spricht ganz Deutschland von der Pokalsensation und der vermeintlich „große“ ist bis auf die Knochen blamiert. Gewinnt der Bundesligist mit drei bis vier Toren Abstand, wird niemand von einem glanzvollen Sieg reden, weil der Gegner eben nur ein Amateurverein war. Siege mit ein oder zwei Toren Abstand werden als Beinahe-Katastrophe gewertet, die dem Image der Favoriten nur unwesentlich weniger schaden als ein Ausscheiden.

Das ist das ewige Dilemma, in dem sich alle 18 Erstligavereine im DFB-Pokal bewegen. Zweien von ihnen wurde dann auch in der Tat die erste Pokalrunde zum Verhängnis: Hannover 96 und Aufsteiger FC St. Pauli mussten gegen niederklassige Freizeitkicker die Segel streichen. Die Niedersachsen enttäuschten gegen den SV Elversberg auf ganzer Linie und scheiterten im Elfmeterschießen. Die Kiez-Kicker hingegen wurden in der normalen Spielzeit vom Chemnitzer FC bezwungen. Das Siegtor für die Gastgeber fiel bereits in der sechsten Minute. Andere Favoriten aus der obersten Spielklasse kamen zwar weiter, hatten aber erhebliche Mühe. Etwa der VfL Wolfsburg, der gegen Preußen Münster kurz vor Schluss erlöst wurde, als Grafite zum 2:1 einschoss. Der VfB Stuttgart musste sich beim SV Babelsberg 03 auf WM-Held Cacau verlassen, der mit einem Doppelpack innerhalb von vier Minuten den mühevollen 2:1-Erfolg sicherte.

Souverän gaben sich hingegen Bayer Leverkusen und der Hamburger SV. Die Leverkusener schossen nach schwacher erster Hälfte den FK Pirmasens gnadenlos mit 11:1 aus dem Stadion. Hamburg konnte sich beim Torgelower SV auf den phänomenalen Torinstikt von Superstar Ruud van Nistelrooy verlassen, der mit drei Treffern den 5:1-Sieg sicherte.

Heute Abend werden der FC Schalke 04 und der FC Bayern München die erste Pokalrunde komplettieren. Schalke wird beim VfR Aalen auf seinen neuen Starstürmer Raúl verzichten – das hat Trainer Felix Magath bereits angekündigt. Für die Bayern geht es darum, wenige Tage nach dem Freundschaftsspiel gegen Real Madrid den Schalter umzulegen – denn nun geht es gegen Germania Windeck. Trainer Louis van Gaal wird es aber wohl schaffen, seine Mannen auf den unterklassigen Gegner einzuschwören. Wenn nicht, könnte es wohl die größte Pokalsensation seit 1994 geben. Beteiligt waren damals ebenfalls die Bayern: Sie scheitereten am TSV Vestenbergsgreuth.

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