Länderspiel: DFB-Notelf zieht sich gegen Dänemark ordentlich aus der Affäre

12Aug10

Wohl selten in den letzten Jahren war es für weniger prominente Spieler so einfach, sich im Nationaltrikot zu präsentieren wie am gestrigen Abend. Für das Freundschaftsspiel gegen Dänemark, den ersten Auftritt nach der positiv verlaufenen WM, verzichtete Bundestrainer Joachim Löw mehr oder weniger freiwillig auf zwei Drittel seines Weltmeisterschafts-Kaders. Grund: Die Vereine hatten sich darüber beschwert, dass die Nationalspieler, die gerade erst aus ihrem Urlaub zurückgekehrt waren, so schon wieder in der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison fehlen würden. Löw nahm den nicht ganz unbegründeten Ärger ernst, und so standen im Aufgebot gegen Dänemark nur sieben Spieler, die bei der WM dabei waren.

Einer davon nutzte das gestrige Spiel, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen: Mario Gomez, das Sorgenkind vom FC Bayern München. Der Stürmer erzielte nach einem feinen Zuspiel von Ersatz-Kapitän Thomas Hitzlsperger das 1:0 in der 19. Minute und bot auch sonst eine starke Leistung. Hitzlsperger, der kurz vor der WM aus dem Kader gestrichen worden war und jetzt bei West Ham United in England einen Neuanfang wagt, bot ebenfalls eine gute Leistung. Im Tor stand Bremens Tim Wiese, der in Südafrika als einziger Keeper nicht zum Einsatz gekommen war. Bis auf einen folgenschweren Aussetzer kurz vor dem Ende präsentierte sich auch Wiese überzeugend. Mit Wolfsburgs Abwehrmann Sascha Riether schickte Löw in der 56. Minute gar einen Debütanten auf’s Feld, der unter normalen Umständen wohl ebenfalls nicht gespielt hätte.

Generell machte die DFB-Elf das Beste aus der Situation und hätte das Spiel eigentlich auch gewinnen müssen. Nach dem 2:0 durch Leverkusens lange verletzten Angreifer Patrick Helmes in der 73. Minute schien eigentlich alles klar. Doch nur eine Minute später brachte ein schlampiger Pass von Serdar Tasci den Gastgeber zurück ins Spiel: Dennis Rommedahl, schon bei der WM einer der auffälligsten Dänen, ließ Wiese mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern keine Chance. In der 87. Minute führte eine völlig missglückte Abwehraktion des Torhüters schließlich dazu, dass Mads Junker denn Ball nur noch ins leere Tor zu schieben brauchte. Ein zwar nicht unverdienter, aber völlig unnötiger Ausgleich.

Zum Glück handelte es sich nur um ein Freundschaftsspiel, dessen Ergebnis ohnehin nichts wert ist. Aber die Art und Weise, wie durch Unkonzentriertheiten ein eigentlich sicher scheinender Sieg aus der Hand gegeben wurde, durfte Joachim Löw gar nicht geschmeckt haben. Wenn im September die EM-Qualifikation losgeht, wird das DFB-Team wieder ein anderes Gesicht haben, mit deutlich mehr Helden der abgelaufenen WM. Immerhin konnten gestern mit Gomez, Hitzlsperger und auch dem Stuttgarter Christian Gentner einige Spieler ein Bewerbungsschreiben für weitere Einsätze im Nationalteam abgeben.

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One Response to “Länderspiel: DFB-Notelf zieht sich gegen Dänemark ordentlich aus der Affäre”

  1. 1 PeteBest

    Das war gestern wirklich ein Länderspiel der extrem unnötigen Sorte. Also nicht weil es schlecht war, sondern weil es sportlich einfach überhaupt keinen Sinn hatte. Da passt es voll ins Bild, dass sich Hitzlsperger auch noch verletzt hat und deswegen jetzt für seinen neuen Verein ausfällt. Das Länderspiel hätte man wirklich absagen können und den Spielern dafür eine bessere Saisonvorbereitung in ihren Vereinen ermöglichen können.


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