Ferrari: Doppelsieg in Hockenheim und Teamorder-Skandal

26Jul10

Eigentlich liest sich der Auslöser des neuesten Skandals in der Formel 1 ganz harmlos. „Fernando ist schneller als du“, teilte die Ferrari-Box ihrem Fahrer Felipe Massa in der 49. Runde des Großen Preises von Deutschland mit. „Hast du verstanden?“. Massa hatte verstanden. Er ließ seinen Teamkollegen Fernando Alonso passieren und ermöglichte diesem so den Sieg. Eigentlich wäre der Ferrari-Doppelsieg in Hockenheim ein Grund zu Feiern gewesen, doch die offensichtliche und nur plump getarnte Teamorder überschattete diesen Triumph.

Die Regeln des Motorsport-Weltverbandes sind eindeutig: Teamorder ist untersagt. Kein Rennstall darf seinem Fahrer taktische Anweisungen während des Rennens geben, es soll einfach der beste und schnellste Fahrer gewinnen. Das wäre an diesem Renntag ganz eindeutig Felipe Massa gewesen, doch der Brasilianer hat in der Gesamtwertung kaum noch Chancen, Alonso hingegen schon. Der Weltverband belegte Ferrari als Strafe für die offensichtliche Teamorder mit der größtmöglichen Strafe, 100 000 Euro.

Die Reaktionen auf den Skandal fielen unterschiedlich aus. Die beiden Ferrari-Piloten versuchten, Massas Vorbeilassen als intuitive Aktion zu verkaufen, die aus Loyalität gegenüber dem Team entstanden sei. Andere, wie beispielsweise Ex-Weltmeister Niki Lauda, ließen ihrem Ärger über die Aktion freien Lauf: „Das ist das Unglaublichste, was je in der Formel 1 passiert ist. Der Schaden, den der Sport hier erlitten hat, ist erstmal nicht mehr gutzumachen“, ereiferte sich der Österreicher. Rekordweltmeister Michael Schumacher hingegen, der bei seinem Heim-Grand-Prix wieder einmal nur einen enttäuschenden neunten Rang belegte, zeigte Verständnis für das Vorgehen seines ehemaligen Rennstalls: „Es geht um die Weltmeisterschaft. Dafür arbeitet man extrem hart. Wenn man am Ende des Jahres die Meisterschaft auf Grund des einen oder anderen verlorenen Punktes verfehlt, den man hätte holen können, dann wird man sich fragen: War das richtig?“

Abseits des Teamorder-Skandals stand Sebastian Vettel im Mittelpunkt des Interesses. Der Heppenheimer, der immer noch realistische Chancen auf die Weltmeisterschaft hat, startete von der Pole Position aus. Jedoch wurde er bereits in der ersten Runde von der Spitzenposition verdrängt und kam am Ende als Dritter ins Ziel. Nun liegt Vettel auch in der Gesamtwertung auf dem dritten Rang, den er sich mit Mark Webber teilt. Der Rückstand auf den Gesamtführenden Lewis Hamilton beträgt 21 Punkte – unmöglich ist es nicht, das aufzuholen.

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