Tour de France: Fair-Play-Debatte und Armstrongs letztes Hurra

21Jul10

Nach der gestrigen 16. Etappe hat die Tour der France heute Ruhetag. Zeit zum Durchschnaufen für die Akteure, vor allem für drei, die in den letzten Tagen im Mittelpunkt standen. Zunächst wäre da Alberto Contador zu nennen. Der Spanier vom Team Astana hatte auf der 15. Etappe das gelbe Trikot vom Gesamtführenden übernommen. Aber das „wie“ war entscheidend: Contadors Hauptkonkurrent Andy Schleck vom Team Saxo Bank war die Kette herausgesprungen, und im Eifer des Gefechts brauchte er etliche Versuche, sie wieder hinein zu bekommen. Contador hingegen, der diesen Vorfall, wenn nicht mit eigenen Augen, so doch zumindest über Teamfunk mitbekommen hat, fuhr unbeeindruckt davon und kam mit 39 Sekunden Vorsprung auf seinen Rivalen aus Luxemburg ins Ziel.

Sofort war die Fair-Play-Debatte eröffnet: Hätte Contador respektvoll auf Schleck warten müssen? Die Meinungen sind geteilt. Oft wird jedoch die Erinnerung an die großen Duelle zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong zu Beginn des Jahrtausends heraufbeschworen. Während einer Etappe hatten beide Rivalen je eine Panne, und der Kontrahent wartete auf den jeweils anderen, um den Gesamtsieg auf redliche Art und Weise zu erhalten.

A propos Lance Armstrong: Der mittlerweile 38-jährige Altmeister, siebenfacher Tour-de-France-Sieger, fährt dieses Jahr zum letzten Mal mit. Nach den schwerwiegenden Dopingvorwürfen gegen seine Person stand der Amerikaner unter besonderer Beobachtung – und enttäuschte. Armstrong hatte vor der 16. Etappe bereits über eine halbe Stunde Rückstand auf die Führenden im Klassement und liegt abgeschlagen im Mittelfeld. Doch auf der schwierigen Pyrenäen-Etappe am gestrigen Dienstag wollte er es offenbar noch einmal allen zeigen. Früh attackierte Armstrong die Führenden, setzte sich vom Feld ab und hatte bis kurz vor dem Ende realistische Chance auf den Tagessieg. Dass es letztlich nur zum sechsten Platz langte, ist für ihn sicherlich enttäuschend. Aber immerhin konnte Armstrong, auch wenn er mit dem Gesamtsieg nichts mehr zu tun haben wird, noch einmal ein sportliches Ausrufezeichen setzen. Und das auf faire Weise, ohne das Missgeschick eines Kontrahenten auszunutzen.

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