Aus der Traum: Deutschland verliert WM-Halbfinale gegen Spanien

08Jul10

73 Minuten lang konnte Deutschland im gestrigen WM-Halbfinale vom Sieg und dem Einzug ins Endspiel träumen. Dann köpfte Spaniens Abwehrchef Carles Puyol vom FC Barcelona einen Eckball wuchtig ins deutsche Tor und sorgte so für den hochverdienten Endstand. Das junge deutsche Team von Bundestrainer Joachim Löw war dem Europameister gestern in allen Belangen unterlegen und muss sich nun, wie schon vor vier Jahren bei dem WM im eigenen Land, mit dem Spiel um Platz drei begnügen. Dort geht es am Samstag gegen Uruguay.

Spanien bot zwar auch gegen Deutschland nicht den glanzvollen Fußball, mit dem die Iberer in der Qualifikation noch alles über den Haufen geschossen hatten. Aber die Mannschaft von Trainer Vicente Del Bosque ließ den Ball ungemein sicher laufen und schaffte es mit schnellen Pässen in die Spitze oftmals, für Gefahr vor dem Tor von Manuel Neuer zu sorgen. Deutschland hingegen präsentierte sich respektvoll, fast schon ängstlich, verlor die meisten Zweikämpfe und vermochte es so gut wie nie, das Tempo anzuziehen. Eine schwache Leistung.

Schade, dass die DFB-Auswahl, die mit großartigen Siegen im Achtelfinale (4:1 gegen England) und Viertelfinale (4:0 gegen Argentinien) bisher die größten Ausrufezeichen beim Turnier in Südafrika gesetzt hatte, ausgerechnet im Halbfinale ihr schlechtestes Spiel zeigte. Entsprechend enttäuscht zeigten sich nach der Partie auch Mittelfeldakteur Bastian Schweinsteiger, der wieder einmal bester Mann seines Teams war, und Bundestrainer Löw, der seine Zukunft offen ließ. Trotz des schwachen Auftritts gestern haben die überwiegend tollen Auftritte der vielen jungen deutschen Spieler natürlich Interesse im Ausland geweckt.

So wird etwa Mesut Özil bereits mit mehreren ausländischen Topklubs in Verbindung gebracht, ebenso wie Schweinsteiger und Abwehrspieler Per Mertesacker. Auch Thomas Müller, der Senkrechtstarter dieser WM, der gestern leider gelbgesperrt fehlte, hat seinen Marktwerkt gesteigert. Als Belohnung gab’s eine dicke Gehaltaufstockung seitens seines Vereins FC Bayern München.

Und Spanien? Die feierten natürlich eine waschechte Fiesta. Der Europameister trifft am Sonntagabend im großen Finale auf die Niederlande. Für Spanien ist es übrigens der erste Einzug in ein WM-Endspiel überhaupt – kaum zu glauben bei einer derart traditionsreichen Fußballnation. Kein Wunder also, dass der Jubel auf der iberischen Halbinsel überwältigend ausfiel. Die Holländer standen übrigens bereits zweimal im Endspiel (1974 und 1978), konnten aber noch keinen WM-Titel gewinnen. Es wird also 2010 einen neuen Titelträger geben. Natürlich hätten hierzulande die meisten Leute lieber zum vierten Mal den Namen Deutschland in der Siegerliste gesehen. Aber es hat nicht sollen sein.

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